Im Dauereinsatz über mehrere Wochen: Vom Bergwaldbrand über das CRS-Festival bis zum Damberg

Hinter den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Übersee liegen außergewöhnlich intensive Wochen. Mehrere Großereignisse, parallele Einsätze und schlaflose Nächte forderten von unseren Kameradinnen und Kameraden alles ab. Zeit zum Durchatmen? Fehlanzeige. Ein Rückblick auf eine Zeit voller Teamgeist, Schweiß und unermüdlichem Ehrenamt.

Der Marathon am Saurüsselkopf (Ruhpolding)

Alles begann mit dem verheerenden Bergwaldbrand am Saurüsselkopf in Ruhpolding. Über eine Woche lang waren wir täglich gefordert. Bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag rückten die ersten Kräfte aus, um den Aufbau zu unterstützen. In den darauffolgenden Tagen übernahm die FF Übersee unter anderem die Abschnittsleitung für die Wasserversorgung und stellte Kräfte direkt am Berg zur Brandbekämpfung im steilen Gelände. Ein Einsatz, der uns sowohl personell als auch logistisch herausforderte.

Alltag und Festival-Absicherung im fliegenden Wechsel

Kaum waren die Schläuche aus Ruhpolding halbwegs aufgeräumt, liefen bereits die Vorbereitungen für das Chiemsee Summer-Wochenende (26.–28. Juni).

Das Festival bedeutete für uns Dienst rund um die Uhr: In insgesamt drei Tages- und zwei Nachtschichten waren jeweils 11 Einsatzkräfte im 12-Stunden-Takt auf dem Gelände präsent. Zu den Aufgaben gehörten die ständige Kontrolle der Sicherheitseinrichtungen sowie die Absicherung der pyrotechnischen Effekte. Glücklicherweise kam es zu keinen besonderen Vorkommnissen – dennoch bedeutete dies einen enormen personellen Kraftakt.

Quasi „nebenbei“ galt es in diesem Zeitraum auch den normalen Einsatzalltag zu bewältigen:

  • 22.06.: Technische Hilfeleistung zur Befreiung einer Person aus einem Aufzug
  • 24.06.: Technische Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall
  • 27.06.: Dringende Wohnungsöffnung nach einem Hausnotruf
  • 28.06.: Absicherung Primiz mit Unterstützung FF Oberwössen

Alarm am Damberg: Waldbrand vor der eigenen Haustür

Ohne jegliche Schonfrist folgte in der Nacht von Sonntag auf Montag der nächste Paukenschlag: Waldbrand am Damberg in Übersee. Aufgrund des unwegsamen Geländes war von der ersten Sekunde an vollste Konzentration und eine strukturierte Organisation gefragt.

Um die weitere Ausbreitung zu verhindern wurde der Brand von zwei Seiten in Angriff genommen. Spezielle Sprenkler – sog. Kreisregner – wurden streckenweise installiert um das Gebiet permanent zu bewässern und schlussendlich das Feuer vollständig einzukreisen. Dabei wurden wir maßgeblich durch die Bergwacht mit der Drohne unterstützt um uns schnell ein Lagebild von oben zu verschaffen und so zielgenau auch die Hubschrauber einsetzen zu können. So gelang es noch bis in die Abendstunden das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Der starke Niederschlag spielte uns hier noch in die Karten. Bei einer Nachkontrolle mit der Wärmebildkamera-Drohne der Bergwacht sowie einer Kontrolle am Boden konnte am darauffolgenden Morgen Entwarnung gegeben werden.

Ein solches Szenario lässt sich nur gemeinsam bewältigen. Unzählige Einsatzkräfte und Organisationen eilten uns zur Hilfe. Die Zusammenarbeit – weit über die Landkreisgrenzen hinaus – funktionierte Hand in Hand.

Ein tief empfundenes Vergelt’s Gott! Wir möchten uns an dieser Stelle von ganzem Herzen bei jedem einzelnen Helfer bedanken: Bei den benachbarten Feuerwehren, der Kreisbrandinspektion Traunstein, allen Blaulichtorganisationen, der Gemeinde Übersee sowie der enormen zivilen Unterstützung durch unsere Landwirte und Anwohner, die uns mit Maschinen, Wasserfässern und Verpflegung den Rücken freigehalten haben!

Paralleleinsatz: Gasaustritt in der Brandwache-Nacht

Wie dicht die Einsätze beieinanderlagen, zeigte sich in der darauffolgenden Nacht. Während unsere Mannschaft noch zur Brandwache am Damberg gebunden war, wurden wir zu einer ausströmenden Gasflasche im Ortsgebiet alarmiert. Da unsere eigenen Mittel komplett am Damberg gebunden waren, sprangen die Kameraden der FF Grassau ein. Glück im Unglück: Es handelte sich „nur“ um eine CO2-Flasche, von der keine weitere Gefahr ausging. Danke für die nächtliche Nachbarschaftshilfe!

Ausblick: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Nachdem nun auch die letzten Aufräumarbeiten abgeschlossen, alle Fahrzeuge bestückt und die Einsatzkleidung gereinigt sind, hoffen alle Aktiven auf ein paar Tage wohlverdiente Regeneration.

Und die haben sich alle verdient, denn das nächste Highlight steht schon vor der Tür – dieses Mal aber ein erfreuliches: Am 17. Juli laden wir die gesamte Bevölkerung herzlich zu unserem Weinfest ein. Wir freuen uns auf euer Kommen und ein paar gemütliche Stunden im Kreise unserer Feuerwehrfamilie!

Freiwillige Feuerwehr Übersee e.V.

Gewerbestraße 3

83236 Übersee

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