19.05.2010, Rettung eines 13-jährigen aus 15 Meter tiefen Schacht
Donnerstag, 20 Mai 2010
Mit einer spektakulären Rettungsaktion wurde ein 13-jähriger Bub am Mittwochnachmittag aus einem fast 15 Meter tiefen Schacht gerettet. Der Bub war beim Spielen am Westerbuchberg in den Schacht gestürzt. Dabei zog sich der Schüler mittelschwere, aber nicht lebensbedrohliche Verletzungen zu. Mit dem Rettungshubschrauber wurde er ins Klinikum Traunstein gebracht. Die Rettungsaktion von Feuerwehr und Bergwacht gestaltete sich schwierig. Es dauerte fast zwei Stunden bis der 13-Jährige aus dem unterirdischen Gefängnis befreit werden konnte.
Zusammen mit seiner Schwester hatte der Bub gegen 14 Uhr in einem
Waldstück am Westerbuchberg gespielt und war dabei durch auf die, mit
Brettern abgedeckte Schachtöffnung getreten. Die morschen Bretter
brachen durch und der Bub stürzte fast 15 Meter in die Tiefe. Am Ende
des senkrechten Stollens, der sich nach unten hin immer weiter
verengte, kam der Bub in einem größeren Hohlraum zu liegen, der
vermutlich früher als Eis- oder Lagerkeller genutzt wurde. Die
Schwester des verunglückten Buben lief zu einer Nachbarin, die sofort
Polizei und Rettungsdienst alarmierte.
Weil es über ein Wohnhaus, von dem es früher einen Zugang zu dem
unterirdischen Kellerraum gab, für die Retter kein Durchkommen gab,
mussten die Helfer der Feuerwehr Übersee die Befreiung des Buben über
den Schacht organisieren, durch den er zuvor gefallen war. Zwei
Floriansjünger, die eine Spezialausbildung in Absturzsicherung
absolviert haben, seilten sich zu dem verletzten Buben ab. Nachdem
zuerst keine Lebenszeichen des Buben zu vernehmen waren, atmeten die
Retter auf, als kurz vor Erreichen des Schachtbodens ein erster
Sprechkontakt möglich war. Die Feuerwehrler leuchteten das finstere
Verlies, in das der Bub gestürzt war, mit einem Scheinwerfer aus und
leisteten Erste Hilfe. Währenddessen wurde zusammen mit nachgerückten
Kräften der Bergwachtbereitschaft Grassau die Rettung in die Wege
geleitet. Wegen Schmerzen im Beckenbereich, über die der Bub klagte,
gingen die Helfer äußerst behutsam vor. Mit einer Gebirgstrage und auf
einem Vakuumbett gelagert wurde der Bub mittels Feuerwehrflaschenzug und Leiterbock aus dem Schacht gerettet. Nach
notärztlicher Versorgung noch an der Unfallstelle, wurde der 13-jährige
mit dem Rettungshubschrauber Christoph 14 ins Klinikum Traunstein
gebracht. Insgesamt waren 35 Helfer von Rettungsdienst, Feuerwehr,
Bergwacht und Polizei an der Rettungsaktion beteiligt.
Pressebericht des Kreisfeuerwehrverbandes: Peter Volk
Bilder: FF Übersee